WILLKOMMEN IN DEINEM LIEBLINGSLADEN,
DEM ORT DER VERDORBENHEIT.

EIN FILM VON FELIX VON GROENINGEN
Mit Stef Aerts und Tom Vermeir
MUSIK VON SOULWAX

AB 23. JUNI 2016 IM KINO

Der Film

CAFÉ BELGICA ist die Geschichte von Jo und Frank. Zwei ziemlich unterschiedlichen Brüdern, die sich aus den Augen verloren haben. Erst als Frank seinem kleinen Bruder anbietet, ihm an den Wochenenden hinter dem Tresen seiner Bar auszuhelfen, finden die beiden wieder zusammen. Und plötzlich gibt es kein Halten mehr: Das heruntergekommene „Café Belgica“ wird zum Anlaufpunkt für das Partyvolk. Eine Arche Noah für die Feierwütigen, wo der Schweiß von der Decke tropft und der Rock’n’Roll aus jeder Pore trieft. Für eine Weile ist das Leben der Brüder ein einziger Trip, doch dann holt die Realität sie ein.

CAFÉ BELGICA ist der fünfte Film von Felix van Groeningen, der zuletzt mit The Broken Circle zahlreiche internationale Preise gewann und das Publikum weltweit zu Tränen rührte. Mit hypnotischen Bildern und einem treibenden Soundtrack erzählt er die Geschichte zweier Brüder, die sich im Rausch des Nachtlebens erst wiederfinden und dann zu verlieren drohen. Ein Film, wie eine durchzechte Nacht, Kater inklusive.

CAFÉ BELGICA feierte seine Premiere im Wettbewerb des Sundance Filmfestivals 2016.

Felix van Groeningen (Regie)

Felix van Groeningen (*1977) schloss sein Studium der Visual Arts an der Koninklijke Academie voor Schöne Kunsten (KASK) in Gent im Jahre 2000 mit einem Master ab; seine Abschlussarbeit war der Kurzfilm 50 CC. Er arbeitete als Regisseur und Darsteller am Theater und entschied sich dann, zu seiner ersten Liebe zurückzukehren: dem Filmemachen. Mit Produzent Dirk Impens von der belgischen Produktionsfirma Menuet hat er bisher fünf Spielfilme gedreht. International bekannt wurde er durch seinen dritten Spielfilm Die Beschissenheit der Dinge (De helaasheit der dingen, 2009), der auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2009 für die „Quinzaine des réalisateurs“ ausgewählt wurde. Den Durchbruch brachte sein darauffolgender Film The Broken Circle (2012), für den er eine Oscarnominierung in der Kategorie „Bester Fremdsprachiger Film“ bekam.

FILMOGRAPHIE

  • 2016 Café Belgica
  • 2012 The Broken Circle
  • 2009 Die Beschissenheit der Dinge
  • 2007 With Friends Like These
  • 2004 Steve + Sky
  • 2001 Bonjour Maman (Kurzfilm)
  • 2000 50 CC (Kurzfilm)
  • 1999 Truth Or Dare (Kurzfilm)

Interview

Felix, was hat Dich daran gereizt, diese Geschichte zu erzählen?

Der Hauptgrund für die Entstehung dieses Films sind die spannenden Charaktere, die diese Geschichte prägen. Der Film zeichnet die Porträts zweier Brüder, die sich beim Aufbau eines Geschäfts ihre Nische in der Welt erobern. Es ist ihre gemeinsame und ihre individuelle Entwicklung im Rausch des Nachtlebens, einer Welt mit Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll, die den Film antreibt. Der eine Bruder ist ein extrovertierter Hedonist, der andere mehr kopfbetont. Der eine der Draufgänger, der andere der Schüchterne mit nur einem Auge. Der eine sucht ständig nach neuen Reizen, der andere nach Sicherheit. Zusammen ergänzen sie sich zu einem großartigen Duo, doch irgendwann drohen sie sich selbst und gegenseitig zu verlieren. Bis ein Bruder zum anderen sagt „Ich sehe keine Zukunft mit dir…“, und das finde ich unglaublich schmerzhaft.

CAFÉ BELGICA erzählt das Schicksal von zig Unternehmern: Man vergrößert sich, und das bedeutet auch, dass man seine Ideale hinter sich lassen muss. Für mich erzählt diese Geschichte auch etwas über den gesellschaftlichen Wandel in den letzten 20 Jahren. Alles ist strenger geworden. Vielleicht sind einige Ideale verloren gegangen. Die Bar ist ein gesellschaftlicher Mikrokosmos.

Dann gibt es natürlich auch persönliche Gründe. Tatsächlich habe ich einige Dinge im Film selbst miterlebt, mit eigenen Augen gesehen, und das war unglaublich authentisch. Dieses Gefühl, diese Stimmung – es ist schwer zu beschreiben. Aber ich hoffe, dass es in meinem Film rüberkommt.

Für mich war es ein vielschichtiger Mix aus Ekstase, dem Rausch des Nachtlebens, dem Drang nach Freiheit, ein Gefühl von Rebellion – und auch ein Hauch von Melancholie über das, was unterwegs verloren gegangen ist. Weil es keinen anderen Weg gibt. All das zusammen. Ein typisch belgisches Gefühl.

Welche Rolle spielt die Musik im Film?

Musik spielt in meinen Filmen seit jeher eine große Rolle. Ich finde es toll, Musik im Film zu haben. Ich finde gleichzeitig, dass Musik wichtig für den Zusammenhalt der Geschichte ist. Sie sollte wirklich Teil der Geschichte sein. Die Reihenfolge der Musikstücke ist nicht zufällig. Sie ist ein integraler Bestandteil dessen, was im „Café Belgica“ und mit den Filmfiguren passiert.

In einem Film über eine Musikbar ist die Mitwirkung der Brüder Stephen und David Dewaele, die auch als Soulwax bekannt und als 2Many DJs zur Legende geworden sind, einfach unschätzbar. Wir sind seit langer Zeit befreundet, und sie haben bei meinem ersten Film Steve + Sky mit mir zusammengearbeitet. Sie waren von der Idee zu CAFÉ BELGICA sofort hingerissen. Stephen und Dave sind mit mir aufgewachsen und sind auch sehr oft in der „Charlatan Bar“ aufgetreten. Sie haben die Welt bereist, sind oft in London und an anderen Orten. Dennoch ist Gent ihre „home base“. Das ist für sie wichtig. Deshalb fanden sie es auch so großartig, bei diesem Film mitzumachen. Sie sagten einzig wegen der Geschichte zu. Sie haben sowohl den Soundtrack als auch eine Menge neue Songs komponiert. Noch während ich am Drehbuch schrieb, haben wir uns mehrfach getroffen und ausgiebig über die Musik gesprochen. Anfangs dachte ich, dass die beiden hauptsächlich den Soundtrack liefern und dazu mit bekannten Songs existierender Bands arbeiten würden, denn es gab unheimlich viel Material. Aber dieser Schaffensprozess hat ihnen soviel Spaß gemacht, dass sie wirklich alles neu kreiert haben.

Ein Film über eine Bar bewegt sich quasi von selbst in Richtung Rock ‘n’ Roll, aber Café Belgica ist der personifizierte Rock ‘n’ Roll…

Einen Film zu machen ist wirklich ein Abenteuer. Wir wussten zwar, was wir zeigen wollten. Aber wir hatten keine Ahnung, was uns unterwegs begegnen würde. Und dann gerieten wir in die allerfantastischsten Dinge! Das finde ich so toll am Filmemachen. Jeder Film ist so individuell wie Kinder es sind. Eins ist schwieriger als das andere. Trotz des großen Erfolgs war etwa die Geburt von The Broken Circle wirklich schwierig. Anfangs waren wir total unsicher, wie die Leute den Film aufnehmen würden. Wir haben alle so hart dafür gearbeitet, so viel Herzblut hineingesteckt, und wir hatten das Gefühl, einen wirklich coolen Film hinbekommen zu haben. Doch anfangs bekamen wir kein gutes Feedback. Es dauerte seine Zeit. Was aber dann geschah, war wirklich wie ein Wunder (Anmerkung: The Broken Circle wurde ein weltweiter Erfolg, und erhielt eine Oscarnominierung für den besten Auslandsfilm.). Aber der anfängliche Zweifel blieb eine Zeitlang hängen. Versteh’ mich nicht falsch, The Broken Circle ist ein großartiger Film und ich bin total stolz darauf. Trotzdem fragte ich mich, ob ich in diesem Film zu klassisch war, nicht genug Rock ‘n’ Roll ’reingebracht habe? Deshalb bin ich in CAFÉ BELGICA zu meinen Wurzeln zurückgegangen – zum Rock ‘n’ Roll – und habe mir die Freiheit genommen, noch ein bisschen wilder, exzessiver zu sein.

Darsteller

Tom Vermeir (Frank)

Bis zur ihrer Auflösung im Jahre 2013 war Tom Vermeir Sänger und Gitarrist der belgischen Rockband „A Brand“, die 2004 von den Musikern Dag Taeldeman und Frederik Heuvinck gegründet worden war. „A Brand“ veröffentlichte fünf Alben mit mehreren Radiohits (Hammerhead, Time, Beauty Booty Killerqueen, Mad Love Sweet Love) und trat auf den größten europäischen und internationalen Bühnen wie etwa Werchter, Pukkelpop, Les Eurockeènnes (Frankreich) und South by Southwest (USA) auf.

Als Schauspieler wurde Vermeir, der am Konservatorium Gent studierte, besonders durch seine Bühnenauftritte bekannt. Er war Mitglied der Theatergruppe „Gordijnen voor Knijnen“ und stand für einige Jahre für den mittlerweile verstorbenen Eric Devolder und dessen Theatergruppe „Ceremonia“ auf der Bühne. Zurzeit arbeitet er meist mit der „Compagnie Cecilia“ von Bühnenautor Arne Sierens zusammen, der auch das Drehbuch von CAFÉ BELGICA mitverfasste.

Felix van Groeningen sagt über Tom Vermeir: „Tom ist ein Naturtalent. Ich bin durch seine Auftritte in den Stücken von Arne Sierens auf ihn aufmerksam geworden. Er hat mich wirklich umgehauen. Er ist der geborene Frank.“

In CAFÉ BELGICA ist er erstmals als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen.

Stef Aerts (Jo)

Schon kurz nach seinem Abschluss am Herman Teirlinck-Institut im Jahre 2009 wurden Stef Aerts (*1987) und seine Theatergruppe „FC Bergman“ mit ihren eigenwilligen Bühnenstücken regelmäßig von angesehenen europäischen Theaterfestivals ausgewählt.

Inzwischen ist Aerts auch häufiger in Filmen und Fernsehserien zu sehen, darunter De Kavijaks (Stijn Coninx, 2005), SM-Rechter (Erik Lamens, 2009), Smoor Veliefd (Hilde Van Miegham, 2009) und Groenten uit balen (Frank Van Mechelen, 2010).

Mit seinem Auftritt in Adem (Hans Van Nuffel, 2010) feierte er seinen Durchbuch als Kinoschauspieler. Für diese Rolle wurde er beim Festival International du Film d’Amiens als „Bester Darsteller“ ausgezeichnet, gefolgt von weiteren Festivalpreisen.

FILMOGRAPHIE

  • 2016 Café Belgica (Felix Van Groeningen)
  • 2015 Callboys (Fernsehserie, Regie Jan Eelen)
  • 2014 Welp (Aka X Cub) (Jonas Govaerts)
  • 2013 Cordon (Fernsehserie, Regie Tim Mielants)
  • 2011 Groenten Uit Balen (Frank Van Mechelen)
  • 2010 Adem (Hans Van Nuffel)
  • 2009 Smoorverliefd (Hilde Van Mieghem)

Hintergrund

Das „Café Belgica“ hat ein reales Vorbild: das „Café Charlatan“ im historischen Zentrum von Gent. Die Studentenstadt Gent ist für ihr ausgelassenes Nachtleben bekannt. Doch diese Live-Musikkneipe, eine Institution für Partygänger jeden Alters und jeden Musikgeschmacks, ist besonders für Felix van Groeningen ein Stück Heimat. Sie wurde 1989 von seinem Vater eröffnet und im Jahre 2000 verkauft.

Felix hat als Jugendlicher an der Theke ausgeholfen und hautnah die Entwicklung, die auch das „Café Belgica“ nimmt, mitbekommen: die idealistischen Anfänge als Live-Musikkneipe, die allen offen steht, dann mit zunehmendem Erfolg der allmähliche Einfluss von Drogen und Gewalt, die unvermeidlichen Diskussionen über stärkere Kontrollen, bis hin zu den Türstehern, die Besucher, von denen Ärger erwartet wird, rigoros abweisen. Und die stetige Versuchung für die Betreiber selbst, sich im Rausch des Nachtlebens zu verlieren. Sogar für Jos versehrtes Auge stand einer der heutigen Besitzer des „Café Charlatan“ Pate.

Soundtrack

Soulwax liefert den Soundtrack für CAFÉ BELGICA, welcher pünktlich zum Filmstart erscheinen wird. Die belgische Kultband um die Dewaele Brüder haben sich die musikalischen Gäste des Nachtclubs nicht nur ausgedacht, sondern über 12 Monate in ihrem neuen Studio in Gent sämtliche Songs geschrieben, aufgenommen, produziert und größtenteils selbst eigespielt. Dabei reichen die Arrangements von Kraut-Techno über Neo-Soul, von Psychobilly bis zu Hardcore (feat. Igor Cavalera von Sepulatura).

Credits

  • Jo Stef Aerts
  • Frank Tom Vermeir
  • Marieke Hélène Devos
  • Isabelle Charlotte Vandermeersch
  • Regie Felix Van Groeningen
  • Drehbuch Arne Sierens, Felix Van Groeningen
  • Kamera Ruben Impens
  • Schnitt Nico Leunen
  • Musik Soulwax
  • Produzent Dirk Impens
  • Koproduzenten Francis Boespflug, Stéphane Parthenay, Frans Van Gestel, Arnold Heslenfeld, Laurette Schillings
  • Associate Producers Hans Everaert, Alberte Gautot, Rudy Verzyck
  • Line Producer Johan Van Den Driessche
  • Bühnenbild Kurt Rigolle
  • Kostüme Ann Lauwerys
  • Maske Diana Dreesen
  • Ton Jan Deca
  • Soundscape Michel Schöpping

Impressum

Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG · Lamprechtstr. 11a · 63739 Aschaffenburg
Telefon +49 (0) 6021 / 150 66 0 · Telefax +49 (0) 6021 / 150 66 19

http://www.pandorafilm.de

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß §6 MDStV Thomas Matlok · Hauptsitz Balthasarstr. 79-81 · 50670 Köln · Registergericht Amtsgericht Köln · Registernummer HRA 1786 · Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß §27a Umsatzsteuergesetz ​DE 112 152 574

Persönlich haftende Gesellschafterin Pandora Film GmbH · Registergericht Amtsgericht Frankfurt/M. · Registernummer HRB 19095 · Geschäftsführer Reinhard Brundig

Haftungshinweis
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich

Konzeption, Design und Realisation
Oliver Haase-Lobinger, mindeffects